Bundesliga wird auf 12 Teams aufgestockt

Aufgrund von COVID-19 wurde der gesamte Floorball-Spielbetrieb in allen deutschen Ligen am 13. März 2020 abgebrochen. Der Dachverband Floorball Deutschland sieht trotz der zahlreichen Probleme die Chance, Floorball in Deutschland attraktiver zu gestalten und veröffentlicht strukturelle Änderungen der Bundesliga.

Am vergangenen Wochenende verkündete Floorball Deutschland, dass die 1. Bundesliga auf ein Teilnehmerfeld von 12 Mannschaften aufgestockt wird. Die beiden Erstplatzierten der 2. Bundesligen steigen somit automatisch auf. Mit Blau-Weiß Schenefeld (Nord-West-Staffel) und dem SC DHfK Leipzig (Süd-Ost-Staffel) rücken zwei alte Bekannte ins Oberhaus auf. Bis dato spielten 10 Team in der höchsten deutschen Spielklasse. Damit macht der Verband einen Schritt in Richtung der Teilnehmergröße der europäischen Top-Ligen (Finnland, Schweden, Tschechien, Schweiz), in denen jeweils 14 Mannschaften in der höchsten Spielklasse starten.

Über Playoff- und Playdown-Modalitäten hat der Bundesverband noch nicht final informiert. Es soll jedoch ein 3-Jahres-Plan vorgelegt werden, der sukzessive an das neue Format heranführt. Hierbei ist u. a. denkbar, dass sich die Anzahl der Playoffplätze über die Jahre erhöht wird. In der kommenden Spielzeit 2020/21 ginge es vor allem um die Durchführbarkeit des Spielbetriebs trotz der Corona-Pandemie.

Neben der Restrukturierung der 1. Bundesliga, soll es auch eine überarbeitete 2. Bundesliga geben. Auch hier soll längerfristig an den finalen Modus herangeführt werden. Ob die Ligen wie üblich Mitte September starten können, steht nach wie vor in den Sternen. Hier gilt es, Geduld zu wahren und sich an die Richtlinien der Politik zu halten.

Schriesheim bleibt durch Heimsieg gegen Hamburg auf Erfolgsspur

Im Aufeinandertreffen des TV Schriesheim und der PiranHHas aus Hamburg können die Badener ihr aktuelles Formhoch erneut besätigen und gewinnen mit 9:8 (2:1 | 5:3 | 2:4). Somit steht Schriesheim nach wie vor auf dem vierten Tabellenrang und hat sich einen 6-Punkte-Puffer auf Verfolger Holzbüttgen erspielt.

Aufgrund des Mathaisemarkts begann das Bundesligaspiel zwischen Schriesheim und Hamburg bereits um 14 Uhr. Der Ausgangslage geschuldet, hatte das Spiel für die Gäste sicherlich eine größere Bedeutung als für Schriesheim. Hamburg rangierte vor der Partie mit 19 Punkten auf Tabellenplatz sechs, dicht gefolgt von Kaufering, Wernigerode und Bonn. Der TVS hatte mit dem Heimsieg gegen Chemnitz die Playoffs und damit das selbst definierte Ziel, den Klassenerhalt, erreicht. Die Badener mussten folglich einen Weg finden, mit genauso viel Motivation ins Spiel zu starten, wie die Gäste aus dem Norden.

Schriesheim bestimmte die ersten zehn Minuten des Spiels und zog mit 2:0 davon. Die Hausherren versuchten die Hamburger früh in ihrer Hälfte anzugreifen. Diesen gelang es zunächst nicht, damit umzugehen. Im weiteren Verlauf der Partie stellten sie sich besser darauf ein, was sich auch auf der Anzeigetafel widerspiegelte. Nach einem 2:1-Pausenstand, zogen die PiranHHas in der ersten Häfte des zweiten Drittels auf 2:4 davon. Der am Samstag glänzend aufgelegte TVS-Schlussmann Simon Seibert vereitelte die Chance der Gäste, auf 2:5 davon zu ziehen, in dem er den Strafschuss von Hamburgs Kapitän und Nationalspieler Flemming Kühl parierte. Statt einem Führungsausbau der Gäste, zündete der TVS kurzerhand den Turbo und drehte einen 2:4-Rückstand in eine 8:4-Führung innerhalb von zehn Spielminuten.

Im letzten Durchgang wurde das Spiel zunehmend köperlicher und für die Zuschauer unansehnlicher. Nach dem 8:5 und 9:5 starteten die Hanseaten eine Schlussoffenisve. Diese brachte den Gästen drei unbeantwortete Tore, aber ließ sie lediglich auf ein 9:8 herankommen. TVS-Kapitän Alex Burmeister sammelte bemerkenswerte sieben Torvorlagen.

Der TVS punktet weiter und kann nun auf eine Tabellenposition mit Heimvorteil im Playoff-Viertelfinale schielen. Mit einem Sieg beim letzten Spiel der regulären Saion, am kommenden Samstag in Holzubüttgen, können sich die Badener aus eigener Hand Platz vier und mit Schützenhilfe von Holzbüttgen und Weißenfels eventuell sogar Platz drei sichern.

Sieg gegen Chemnitz sichert Playoff-Einzug

Mit einem 5:4-Sieg (4:1 | 1:1 | 0:2) gegen den Tabellendritten Floor Fighters aus Chemnitz sichert sich der TVS die benötigten drei Punkte und damit den Einzug in die Playoffs. Den vorzeitigen Klassenerhalt gibt es obendrauf. In kommenden Saison 2020/21 wird es erneut erstklassigen Floorball an der Bergstraße zu sehen geben.

Die Schriesheimer waren sich im Vorfeld der Partie um ihrer Situation bewusst. Mit der Möglichkeit, den Playoffeinzug vor heimischen Fans und aus eigener Kraft zu schaffen, waren die Blau-Weißen bis in die Haarspitzen motiviert. Im ersten Drittel überrollten die Hausherren die Gäste aus Sachsen. Trotz des frühen Rückstands drehte Schriesheim das Spiel und machte aus einem 0:1 ein 4:1. Der Ausgleichstreffer zum 1:1 war für Youngster Joel Batt ein ganz Besonderer, der sein erstes Bundesligator erzielen konnte. Zudem trafen die Badener noch zweimal das Alluminium. Chemnitz war mit dem Drittelergebnis gut bedient.

Doch in der Mannschaft des ehemaligen U19-Nationaltrainers Sascha Franz steckt viel Potential, wie sie bereits im Laufe der aktuellen Saison oft unter Beweis stellten. So kamen die Chemnitzer wie ausgewechselt aus der Kabine und hatten sich besser auf das hohe Pressing des TVS eingestellt. In der 23. Minute gelang es ihnen erneut, Genold zu überwinden und den 4:2-Anschlusstreffer zu erzielen. Schriesheim wurde im Verlauf des Mittelabschnitts wieder stärker und beide Teams agierten fortan auf Augenhöhe. Ein zusätzlichen Motivationsschub gab es durch die beiden überstandenden Zeitstrafen gegen Eidenmüller und Batt. Fünf Minuten vor Drittelende stellte Künnecke den alten Toreabstand wieder her und erzielte das Tor zum 5:2-Pausenstand.

Nach einem vergebenen Penalty für den TVS, den Verteidiger Tobias Tost per Sololauf herausgeholt hatte, erzielten die Gäste den Treffer zum 5:3. Nicht nur der Floor Fighters Torhüter Kiljander konnte sich als „Penalty-Killer“ auszeichnen. Auch Gernold gelang es, gegen Ligatopscorer Kivinen einen Strafschuss zu vereiteln. Drei Minuten vor Ende ersetzte Chemnitz Kiljander durch einen sechsten Feldspieler und konnte eine Minute vor Ende erneut verkürzen. Schriesheim hielt jedoch mit Mann und Maus dagegen und verhinderte den Ausgleichstreffer und gewinnt mit 5:4 gegen die Floor Fighters.

Nach einer 4:12-Pleite im Hinspiel und dem Pokalaus nach Verlängerung glückt die Revanche gegen Chemnitz. Schriesheim wird diese Saison durch diese wichtigen drei Punkte mindestens als Tabellenfünfter beenden. Die Chance auf Rang drei und vier besteht jedoch weiterhin. Aus eigener Kraft ist das Erreichen der Playoff-Plätze mit Heimrecht jedoch nicht mehr möglich. Vor allem in der Defensive zeigten sich die Badener extrem akribisch und kämpferisch. So gelang es beispielsweise, den aktuellen Top-Torschützen der Bundesliga, Kivinen (40 Tore und 21 Vorlagen aus 15 Spielen), ohne Torbeteiligung zu halten. Am kommenden Samstag steht das Heimspiele gegen die PiranHHas aus Hamburg an. Spielbeginn ist aufgrund des Mathaisemarkt bereits um 14 Uhr in der Mehrzweckhalle.

6:5-Overtime-Sieg gegen Rockets Berlin

Im Auswärtsspiel gegen Berlin gewinnt der TVS nach Verlängerung mit 6:5 (2:2 | 1:2 | 2:1 | 1:0). Damit ziehen die Schriesheimer in der Tabelle vorerst an Holzbüttgen vorbei und belegen aktuell Platz vier.

Trotz der aktuell mageren Punkteausbeute der Hauptstädter wussten die Schriesheimer um das kämpferische Potential des Gegners. Auswärtsspiele in Berlin stellten sich in der Vergangenheit immer schwierig für die Badener dar. In vier Partien unterlagen die Bergsträßer ganze viermal und fuhren bisher immer ohne Punktausbeute zurück nach Baden-Württemberg. Dennoch sind die Rockets aus Berlin aktuell auf dem letzten Platz der Tabelle und Schriesheim ging als Fünfter in die Partie.

Die Gäste fanden deutlich besser ins Spiel. Durch schnelle Passstafetten ließen sie den Berlinern wenig Luft zum Atmen und belohnten sich gleich zweimal. Es gelang jedoch nicht, die Führung weiter auszubauen und die Rockets glichen noch innerhalb des ersten Drittels aus. Kapitän Alex Burmeister hatte kurz vor Pausenende die Möglichkeit, die erneute Führung für seine Farben zu erzielen, vergab jedoch eine Penalty.

Im Mitteldrittel kamen beide Teams auf Augenhöhe aus den Kabinen, doch die Gastgeber zeigten sich energischer im gegnerischen Torraum. So gelang es dem Tabellenschlusslicht zweimal in Führung zu gehen. Die Berliner gingen mit einer 4:3-Führung in die zweite Pause.

Trotz eines schnellen Treffers der Berliner nach Wiederanpfiff, ließen sich die Schriesheimer nicht aus dem Konzept bringen und begannen den Gegner früher unter Druck zu setzten. Im Schlussabschnitt waren die Badener das spielerisch bessere Team und konnten ein großes Chancenplus verbuchen. Berlins Schlussmann hatte alle Hände voll zu tun und konnte durch zahlreiche Paraden die Führung des Gastgebers bewahren. Schriesheimer musste ab zwei Minuten vor Spielende auf den sechsten Feldspieler setzten. Adrian Braune erzielte schließlich das Ausgleichstor 40 Sekunden vor Spielende.

In der Verlängerung waren es auch die Schriesheimer, die das aktivere Team waren. Doch Berlin kratze zweimal am Sieg. Zunächst erzielten sie keinen Treffer in Überzahl, dann hielt TVS-Schlussmann Seibert einen Penalty und damit seine Mannschaft im Spiel. In der 68. Minute gelang schließlich Adrian Braune das entscheidene Tor in der Verlängerung.

Schriesheim gewinnt somit verdient und zum ersten Mal in Berlin. Mit Alex Burmeister und Adrian Braune scheint sich ein neues Sturm-Duo gefunden haben, die in Co-Produktion fünf der sechs Treffer des Nachmittags erzielten. Zwei Punkte können die Badener auf dem Punktekonto verbuchen und rücken damit auf dem vierten Tabellenrang vor. In der Formtabelle der letzten fünf Spiele belegen die Schriesheimer mit einer Ausbeute von 12 Punkten sogar den ersten Tabellenrang. Im kommenden Heimspiel gegen Chemnitz hat Schriesheim alle Trümpfe selbst in der Hand und kann mit einem Sieg den vorzeitigen Playoffeinzug buchen.

Schriesheim unterliegt in Overtime in Kaufering

Einen Tag nach dem Sensationserfolg gegen den amtierenden Meister Leipzig unterlag der TVS auswärts in Kaufering nach Verlängerung mit 5:6 (0:3 | 1:0 | 4:2 | 0:1). Damit können die Badener einen Trostpunkt aus Bayern mit nach Schriesheim nehmen und rangieren nach wie vor auf Tabellenrang fünf.

In Kaufering hatte die Mannschaft um Spielertrainer Alex Burmeister bisher immer einen schweren Stand. Die bisherige Statistik: ernüchternd. Kein Sieg aus zwei Partien und auch am Sonntagnachmittag sollten sich die Schriesheimer gegen den Tabellenvorletzten sehr schwer tun. Den Bayern gelang, ebenso wie dem TVS, am Tag zuvor ein Überraschungserfolg. In Holzbüttgen siegten die Kauferinger mit 6:5. Schriesheim war also gewarnt, doch die Hausherren übernahmen von Beginn an das Ruder. Schriesheim fand nicht ins Spielgeschehen. Wenig Ballbesitz und kein zwingendes Zweikampfverhalten seitens des TVS resultierten in einen frühen 0:3-Rückstand. Diesem sollten die Badener das gesamte Spiel über hinterherlaufen.

Im zweiten Drittel ließen beide Mannschaften viele Chancen liegen. Die 250 Zuschauer sahen einen offenen Schlagabtausch, doch den zweiten Abschnitt konnte der TVS mit 1:0 für sich entscheiden. Folglich ging es mit einem 1:3-Rückstand in die zweite Pause.

Felix Künnecke, der zuvor das erste Tor für Schriesheim erzielte, brachte seine Farben zunächst auf 2:3 ran. Doch die Hausherren stellten postwendend die Zwei-Tore-Führung wieder her. In Überzahl war es erneut Künnecke, der den TVS auf ein Tor heranbrachte. Im Überzahlspiel erzielten die Hausherren jedoch den Treffer zum 3:5. In den Schlussminuten drehte der TVS erstmals auf. Zunächst brachte Bauer den TVS wieder heran, dann erzielte Linus Braune drei Minuten vor Spielende den Ausgleichstreffer. Das Erwachen des TVS kam jedoch zu spät, um in regulärer Spielzeit das Spiel zu drehen. In der folgenden Verlängerung verpassten beide Teams einige Chancen, das Spiel zu beenden. Ein unglückliches Eigentor der Schriesheimer besiegelte letztendlich die Niederlage der Badener.

Trotz der enttäuschenden Niederlage kann der TVS auf ein erfolgreiches Wochenende blicken. Die Blau-Weißen holen vier von sechs möglichen Punkten um können sich weiter von den Playdown-Plätzen distanzieren. In den kommenden Wochen kann jedes Spiel zum entscheidenen Spiel werden. Unter anderem die Auswärtspartie in Berlin am kommenden Sonntag hat einen solchen Charakter.

Big Points gegen den amtierenden Deutschen Meister

Am Samstagnachmittag gelingt dem TVS ein Außenseitersieg. Mit 8:7 (3:3 | 3:2 | 2:2) besiegen die Badener den amtierenden Deutschen Meister MFBC Leipzig.

Beide Mannschaften gingen mit einer Siegesserie in die Partie, wobei die Sachsen gleich die letzten sechs Spiele für sich entscheiden konnten. Vor allem am vergangenen Wochenende beeindruckte der MFBC mit zwei hohen Siegen gegen Berlin und Chemnitz. Als Tabellenzweiter gingen die Leipziger als klarer Favorit ins Spiel.

Von Beginn an zeigten die Badener jedoch, dass es für die Sachsen keine Geschenke in Schriesheim geben sollte. Die Zuschauer sahen ein Spiel auf Augenhöhe mit Vorteilen für den TVS. Nach einer Strafe für die Gäste trafen diese zunächst in Unterzahl. Doch Kapitän Alex Burmeister beantwortete den Treffer wenige Sekunden später. In der siebten Spielminute erhöhte Burmeister auf 2:1. Doch Granlund und Bothe schossen den MFBC zur 3:2-Führung. Youngster Felix Bauer konnte kurz vor Pausenpfiff den 3:3-Ausgleichstrefffer erzielen.

Schriesheim fand nun besser ins Spielgeschehen. In der 24. und 27. Minute belohnten Burmeister und Sauerbrey die Badener. Die Gäste kamen erneut auf ein Tor heran, Künnecke erhöhte jedoch wieder auf 6:4. Kurz vor Pausenpfiff gelang den Sachsen allerdings der abermalige Anschlusstreffer. Beide Teams agierten auf Augenhöhe. Das Ergebnis nach zwei Dritteln war ein Abziehbild des Pokalviertelfinals im Vorjahr. Damals zogen die Leipziger im Schlussabschnitt von 5:6 auf 11:6 davon und damit ins Final4 ein. Dieses Mal sollte das Spielgeschehen doch einen anderen Verlauf nehmen.

Leipzig versuchte sich mit deutlich höherem Pressing, doch der TVS wusste, wie man damit umzugehen hatte und hatte wenig Mühe einen geordneten Spielaufbau aufs Parkett zu bringen. In der 41. Minute baute Künnecke folglich die Führung auf 7:5 aus. Vier Minuten vor Spielende erhöhte Braune auf 8:5. Die letzten Minuten des Spiels waren an Spannung kaum zu überbieten. Leipzig ersetzte den Torhüter durch einen sechsten Feldspieler und drückte gefährlich auf Seiberts Tor. Per Doppelschlag gelangen den Gästen die Treffer zum 8:6 (57:17) und 8:7  (59:40). Schriesheim gelang es am Ende, das Ergebnis über die Zeit zu retten, gewinnt insgesamt aber verdient mit 8:7.

Genau 24 Stunden später ist der TVS im bayerischen Kaufering gefordert, denen durch ein 6:5-Auswärtssieg in Holzbüttgen am Samstag ein Überraschungserfolg gelang.

Schriesheim zeigt starke Nerven im Floorball-Krimi

Am Samstagabend war der direkte Tabellennachbar und Mitaufsteiger SSF Bonn zu Gast in der Mehrzweckhalle. Mit 10:9 (4:3 | 3:3 | 3:3) können die Gastgeber einen echten Floorball-Krimi für sich entscheiden und verbuchen damit wichtige Punkte auf dem Konto.

Nur ein Tabellenplatz, respektive ein Punkt, trennte die beiden Mannschaften vor Spielbeginn. Im Hinspiel konnten sich die Bonner mit 10:7 durchsetzten. Schriesheim war gewarnt, denn auch gegen Mannschaften aus den oberen Tabellenregionen hatten die Dragons gute Leistungen gezeigt.

Die Zuschauerränge waren gut gefüllt, die Schwimm- und Sportfreunde hatten zahlreiche Auswärtsfans mit an die Bergstraße gebracht. Von Beginn an zeichnete sich ab, dass es keine Defensiv-Schlacht werden würde. Das muntere Toreschießen ging bereits nach 34 Sekunden los. Es ging wild hin und her. Keiner Mannschaft gelang es, das Spiel zu kontrollieren. Die TVS-Führungstreffer wussten die Nordrhein-Westfahlen Mal um Mal zu beantworten. So trennten sich die Teams mit einem 4:3-Pausenstand. Wohin sich das Spiel entwickeln würde, stand zu diesem Zeitpunkt in den Sternen.

Auch im zweiten Drittel sahen die Zuschauer ein ähnliches Bild. Wenig Bewegung, trotzdem viele Tore. Die Gäste erzielten drei unbeantwortete Treffer. Schriesheim sah sich nun mit einem 4:6-Rückstand konfrontiert. Noch binnen des zweiten Abschnitts folgten jedoch drei Tore der Badener. Die knappe 1-Tore-Führung war pünklich zum Pausenpfiff wieder hergestellt. Um den langen Bällen vor Seiberts Tor entgegenzuwirken, hatten sich die Schriesheimer weiter zurückgezogen. Zum Spielfluss trug diese taktische Änderung jedoch nicht viel bei. Nach wie vor kamen beide Mannschaften nicht richtig in die Gänge.

Im Schlussabschnitt glichen die Bonner auf 7:7, ehe der stark aufgelegte Linus Braune erneut die Führung für seine Farben erzielte. Wenig später waren es jedoch die Gäste, die erneut den Ausgleich erzielen konnte. Postwendend sorgte Felix Künnecke mit seinem vierten Tor des Abends, nur fünf Sekunden nach dem Ausgleichstreffer, für die erneute Führung. Bonns Topscorer Florian Weißkirchen glich jedoch, sechs Minuten vor Spielende, wiederum aus. Das Spiel stand auf der Kippe. Keiner Mannschaft war es bis dato gelungen, der Partie ihren Stempel aufzudrücken. Doch Schriesheim war im richtigen Moment zur Stelle. In Überzahl erzielte Patrick Pfanne die erneute Führung. In den kommenden vier Minuten kann der TVS das Ergebnis über die Zeit retten und sichert sich damit wichtige Punkte im Playoff-Rennen.

Mit dem 10:9-Erfolg gegen Bonn erspielt sich Schriesheim ein Vier-Punkte-Polster in der Tabelle. Am kommenden Wochenede sind die Badener gleich doppelt gefordert. Nach dem Heimspiel am Samstag gegen Leipzig (16 Uhr) geht es am Sonntag zum schwierigen Auswärtsspiel nach Kaufering.

Wichtiger 6:2-Auswärtssieg in Wernigerode

Im ersten Bundesligaspiel des neuen Jahres belohnt sich der TV Schriesheim für einen soliden Auftritt mit drei Punkten durch einen 6:2 (1:0 | 3:1 |2:1) Auswärtssieg gegen harmlose Red Devils.

Im 6-Punkte-Spiel am Samstagabend im Harz tasteten sich die beiden Mannschaften lange Zeit ab. Schriesheim ging als Tabellensiebter in die Partie, die roten Teufel aus Wernigerode rangierten vor dem Spiel auf dem neunten Tabellenplatz. Trotz 17 torloser Minuten waren die Gäste aus Baden-Württemberg die spielbestimmende Mannschaft und setzten sich viele Male erfolgreich in der gegnerischen Hälfte fest. Adrian Braune eröffnete schließlich das Toreschießen und erzielte den 1:0-Pausenstand.

Im zweiten Spielabschnitt sahen die Zuschauer erneut einen dominanten TVS und auf der Gegenseite wenig gefährliche Red Devils. Dennoch gelang den Hausherren nach 29 Minuten der überraschende Ausgleich. Für Schriesheim war dieser Gegentreffer der benötigte Weckruf. Alex Burmeister, der nach Schulter-Operation und einer damit verbundenen langen Verletzungspause endlich wieder im TVS-Kader stand, stelle zwölf Sekunden später die 1-Tore-Führung wieder her. Erneut zwölf Sekunden später bediente er Adrian Braune, der auf 3:1 erhöhte. Patrick Pfanne baute die Führung kurz vor Pausenpfiff auf 4:1 aus.

Im Schlussabschnitt setzte sich Felix Bauer vor dem Devils-Tor erfolgreich durch und traf  in der 50. Spielminute zur 5:1-Führung. Schriesheim zeigte sich auch im letzten Drittel souverän, konnte den 5:2-Anschlusstreffer in Unterzahl jedoch nicht verhindern. Künnecke nahm den Devils jedoch im direkten Gegenzug den Wind aus den Segeln und erzielt den letzten Treffer des Abends zum 6:2.

Durch diesen wichtigen Auswärtssieg macht der TVS zwei Tabellenplätze gut und findet sich vor der Länderspiel- und Pokalpause auf dem fünften Tabellenplatz wieder. Kapitän Alex Burmeister hat mit einem Tor und drei Vorlagen ein erfolgreiches Comeback hingelegt. Das nächste Bundesligaspiel findet am 8. Februar zuhause gegen Bonn statt.

Pokal-Aus: Schriesheim unterliegt Chemnitz nach Verlängerung

Am Samstagnachmittag bekamen die Zuschauer in der Mehrzweckhalle Tempo-Floorball vom Feinsten geboten. Im Pokalachtelfinale trennten sich Schriesheim und die Floor Fighters aus Chemnitz 8:9 (3:3 | 4:3 | 1:2 | 0:1) nach Verlängerung. Durch den KO-Charakter des Wettbewerbs scheiden die TVS-Floorballer aus dem Pokal aus. Die siegreichen Chemnitzer ziehen ins Pokalviertelfinale ein.

Ein Spiel mit Vorgeschichte: Vor vier Wochen unterlag der TVS chancenlos mit 4:12 beim Bundesligaspiel in Chemnitz. „Dieses Spiel hatten wir bereits nach zwei Dritteln verloren“, verrät der nach wie vor verletzte Spielertrainer Alex Burmeister. „Im Schlussabschnitt konnten wir daher ein wenig experimentieren, um herauszufinden, wie wir Chemnitz ärgern können“, so Burmeister weiter.

Mit einer ähnlich offensiven Marschroute wie im Bundesligaheimspiel vor einer Woche gegen Weißenfels gingen die Hausherren auch gegen Chemnitz ins Spiel. Das hohe Pressing des TVS wurde umgehend belohnt. Durch einen Doppelschlag von Adrian Braune und Bejamin Rudin zogen die Gastgeber nach nur fünf gespielten Minuten mit 2:0 davon. Im Folgenden erzielte Schröder für den FFC den 2:1-Anschlusstreffer, Bauer stellte jedoch in der 12. Spielminute die Zwei-Tore-Führung für die Schriesheimer wieder her. Die Schriesheimer waren im ersten Durchgang die spielbestimmende Mannschaft. Der aktuelle Bundesligavierte Chemnitz blieb dennoch in Reichweite und glich noch während des ersten Drittels auf 3:3. aus.

Trotz des frühen Tores von Künnecke nach 24 Sekunden im zweiten Drittel, kam Chemnitz stärker aus der Pause zurück. Die Gastgeber verloren teilweise den roten Faden und hielten nicht zwingend am Gameplan fest. So gelang es den Gästen zunächst, auf 4:4 auszugleichen und schließlich auf 4:6 davonzuziehen. Dann folgte eines der Highlights des Floorball-Nachmittags. Binnen 38 (!) Sekunden dreht der TVS das Spiel durch drei Treffer. Die Chemnitzer glaubten bis dato, mit einer komfortablen Führung in den letzten Spielabschnitt starten zu können. Doch dank Sauerbrey, Eidenmüller und L. Braune konnte Schriesheim mit einer 7:6-Führung in die zweite Pause gehen.

Im dritten Drittel begegneten sich beiden Mannschaften auf Augenhöhe. Syriälä und Kivinen sorgten für einen erneuten Führungswechsel. Schriesheim ließ viele Chancen liegen und sah sich aufgrund des 7:8-Rückstands gezwungen, zwei Minuten vor Spielende Torhüter Seibert durch einen sechsten Feldspieler zu ersetzen. 40 Sekunden vor Spielende gelang es schließlich Linus Braune, das Spielgerät zum 8:8-Ausgleich im Chemnitzer Tor zu versenken.

In der drauffolgenden Sudden-Death-Verlängerung ging es wild hin und her, bis schließlich Kivinen einen Stellungsfehler in der Schriesheimer Defense ausnutzt und Seibert zum 8:9-Siegtreffer überwand.

Während die Chemnitzer alle drei Überzahlsituationen zu nutzen wussen, bekamen die Schriesheimer lediglich eine Möglichkeit in Überzahl und konnten daraus kein Kapital schlagen. Nach der 4:12-Niederlage vor vier Wochen haben sich die Schriesheimer mehr als teuer verkauft und begegneten dem Bundesligaviertplatzierten auf Augenhöhe. In einem Floorballspiel der Extraklasse, welches keinen oder zwei Sieger verdient hätte, ziehen die Gastgeber am Ende den Kürzeren.

Nun kann sich die TVS-Equipe voll und ganz auf die Bundesliga konzentrieren. Im neuen Jahr steht am 11. Januar das erste Auswärtsspiel in Wernigerode an. Danach folgt eine lange Länderspiel- und Pokalpause, ehe am 8. Februar das erste Bundesligaheimspiel in 2020 in Schriesheim stattfindet.

Bundesligajahr 2019 endet mit Heimniederlage gegen Weißenfels

Am vergangenen Samstag unterlag die Schriesheimer Floorballmannschaft dem deutschen Rekordmeister UHC Weißenfels mit 2:6 (0:1 | 1:2 | 1:3). Somit sind alle Spiele der Bundesligasaison für die Schriesheimer Mannschaft absolviert. Kurz vor Weihnachten, am 21. Dezember, wartet mit dem Pokal-Achtelfinale gegen Chemnitz das letzte Floorball-Highlight des Jahres auf die Schriesheimer Spieler und Fans.

„Da wäre heute mehr drin gewesen“, resümierte der verletzte Spielertrainer Alex Burmeister kurz nach Abpfiff. Der erfolgsreichste Floorballverein Deutschlands war mit stark dezimiertem Kader nach Baden-Württemberg angereist. Nur zehn Feldspieler und einen Torhüter hatten die Sachsen-Anhalter mit dabei.

Nachdem die Blau-Weißen im Hinspiel auf ein passiv und defensiv geprägtes System gesetzt hatten, war die Herangehensweise beim Rückspiel eine andere. „Wir wollten den Gegner dauerhaft unter Druck setzen und sie früh im Spielaufbau stören“, erklärt Burmeister. Zunächst griff das System und Weißenfels musste phasenweise auf Befreiungsschläge zurückgreifen. Auf ein riskanteres Spiel zu setzen schien die richtige Marschroute zu sein. Doch der Ertrag fehlte. Die Bergsträßer eroberten viele Bälle in aussichtsreichen Situationen, belohnten sich jedoch nicht mit dem ersten Treffer. So waren es die Gäste, die den Floorball nach acht Minuten erstmals in Gernolds Tor unterbringen konnten.

Nach dem Seitenwechsel war es erneut der finnische Neuzugang des UHC Niklas Laurila der deren Führung auf 0:2 ausbauen konnte. Nur 15 Sekunden später schlug die Stunde von Rückkehrer Leander Sauerbrey der auf 1:2 verkürzte. Sauerbrey erzielt damit sein erstes Bundesligator in seinem ersten Bundesligaspiel. Vor Saisonbeginn verschlug es den 20-Jährigen nach Schweden, wo er in Göteborg ein Auslandssemester absolvierte. Das Spiel wurde zunehmend ruppiger. Pfanne (TVS) und Siede (UHC) mussten jeweils für zehn Minuten auf der Strafbank Platz nehmen. Per Strafschuss können die Gäste kurz vor Pausenpfiff auf 1:3 erhöhen.

Für die Gastgeber war nach wie vor alles möglich. Mit zwei Tore-Rückstand ging man voll motiviert in den Schlussabschnitt. In der Mitte des Drittels sorgten jedoch zwei unachtsame Minuten für drei Tore seitens der Weißenfelser und damit für die Vorentscheidung. Weißenfels verwaltete die Führung, Künnecke betrieb eine Minute vor Spielende mit seinem Treffer nur Ergebniskosmetik. Mit 2:6 verloren die Schriesheimer letztendlich verdient gegen den UHC Weißenfels.

Während am kommenden Samstag das Achtelfinale des Floorball Deutschland Pokals in der Mehrzweckhalle ausgetragen wird, wurden bereits die Begegnungen für die Viertelfinals ausgelost. Sollte der TVS den aktuell Drittplatzierten der Bundesliga vor heimsicher Kulisse besiegen können, wartet im Viertelfinale der Sieger der Partie Kiel (2. Bundesliga) gegen Rohrdorf (Regionalliga) auf die Blau-Weißen. Bully gegen Chemnitz ist um 16 Uhr.